Neue Bilanzierungsregeln: Kredite unter IFRS 9

Die Bilanzierung nach IFRS 9 bringt einige Neuerungen und interessante Herausforderungen für die Bilanzierung mit sich. Wir betrachten die Auswirkungen für Kredite mit eingebetteten Derivaten. Auch wenn diese Neuerungen erst 2017 in Kraft treten, empfiehlt sie eine rechtzeitige Umsetzung aufgrund der besonderen Herausforderungen bei der finanzmathematischen Modellierung.

IFRS 9 für Kredite mit eingebetteten Derivaten

Gemäß IFRS 9-Anforderungen sind Kredite mit eingebetteten Derivaten zum Fair Value zu bilanzieren. Dies ist nach IFRS 9 auch dann erforderlich, wenn keine Veräußerungsabsicht besteht, d.h. wenn die Kredite bis zur Endfälligkeit gehalten werden sollen.

Kredite, die gemäß IFRS 9-Klassifizierung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden dürfen, können ebenfalls nach Ermessen zum Fair Value bilanziert werden, wenn dies eine Bewertungs- oder Ansatzinkonsistenz in der Bilanzierung verhindert.

Andererseits ist es laut IFRS 9-Vorgaben unter gewissen Voraussetzungen möglich, dass die fortgeführten Anschaffungskosten als bester Schätzer für den Fair Value verwendet werden können. In diesem Fall ist keine „echte“ Barwertberechnung notwendig.

Für alle Kredite, die gemäß der IFRS 9-Vorgaben zum Fair Value bewertet werden müssen, ist grundsätzlich eine Bewertung nach finanzmathematischen Methoden notwendig, die analog sind zu den Methoden für am Kapitalmarkt gehandelte Produkte.

Notwendige Umsetzungen

Der IASB hat auf seiner Sitzung im November 2013 beschlossen, dass IFRS frühestens ab 2017 in Kraft tritt (Anm.: Im Feb 2014 wurde dieser Termin auf 2018 verschoben) Obwohl der Zeitraum für die notwendigen Umsetzungen für IFRS 9 damit noch recht lang ist, ist es notwendig, frühzeitig mit der Umsetzung zu beginnen. Dabei sind für Kredite folgende Schritte durchzuführen:

  1. Der Bestand muss reklassifiziert werden hinsichtlich der Frage, welche Kredite ab Inkrafttreten von IFRS 9 zum Fair Value zu bilanzieren sind.
  2. Für neu zum Fair Value zu bilanzierende Kredite ist eine finanzmathematische Bewertungsmethodik festzulegen, die insbesondere auch die Verfügbarkeit der notwendigen Marktdaten berücksichtigt.
  3. Es ist zu prüfen, ob bzw. wie mit der vorhandenen Systemlandschaft die Fair Values berechnet werden können.

Unter Umständen müssen neue Bewertungsbibliotheken in die Systemlandschaft der Kreditbilanzierung integriert werden, was ein größeres IT-(Teil-)Projektes mit einer Laufzeit von mehreren Jahren erfordern kann. Dies muss entsprechend frühzeitig geplant, beantragt und mit Ressourcen versehen werden.

Für eine effiziente Umsetzung von IFRS 9 ist die Qualität der vorgelagerten Arbeitsschritte 1.-3. von entscheidender Bedeutung. Das Ziel ist, die Anforderungen von IFRS 9 prüfungssicher im vorgegebenen Zeitrahmen zu erfüllen und gleichzeitig die IT-Implementierungskosten (Schritt 4.) möglichst gering zu halten.

Die Umsetzung der IFRS 9-Anforderungen stellt also hohe fachliche Anforderungen an die Gesamtkoordination/Projektleitung sowie an das Know-How der Projektmitarbeiter.

Besondere Herausforderungen

Oft ist im Umfeld der Themen Kredite und Bilanzierung historisch bedingt nur eingeschränktes Wissen bezüglich finanzmathematischer Bewertungsmethoden und Marktdaten vorhanden. Dies macht den erwähnten Punkt 2. zu einer besonderen Herausforderung im Rahmen der Umsetzung von IFRS 9.

Für alle Anforderungen

·  Fachkompetente Gesamtkoordination / Projektleitung mit fundiertem Bewertungs-Know-How

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Dr. Richard Sizmann

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